12. Juli 2017:

 

Heute zogen die Goldhamsterbrüder Muffin und Slinky ein:

Muffin

Slinky

Die Beiden sind ein Jahr alt. Ich fand sie in einer Kleinanzeige, wo sie auf den Bildern zusammen in einem kleinen Gitterkäfig hockten. Genau diese Szene fand ich auch gestern vor, als ich sie abholte. Der einzige Unterschlupf in dem Käfig war ein auf der Seite liegender Pappkarton, in den den ganzen Tag das Licht scheinen konnte. Alle Gitterstreben waren angeknabbert und das Laufrad mit 20cm Durchmesser zu klein.

 

Eine solche Haltung ist schon für einen einzelnen Hamster eine Qual. Man kann sich kaum vorstellen, wie sehr diese beiden Einzelgänger leiden mussten, obwohl sich ihre Menschen liebevoll um sie gekümmert hatten. Im Umgang mit Menschen sind sie absolut lieb und umgänglich.

 

Der Dauerstress durch die Gruppenhaltung und mangelnde Bewegung hat die Hamster jedoch krank gemacht. Sie leiden unter schuppiger Haut, was ein Hinweis auf Pilz oder Milben sein kann. Zum Glück haben sie keine Bissverletzungen. Vermutlich war die Rangordnung zwischen den Beiden geklärt: Muffin hat ein deutlich höheres Gewicht als Slinky und weniger Schuppen auf der Haut. Früher oder später wäre Slinky als der Schwächere auf der Strecke geblieben.

 

Meine Tierärztin hat beide Hamster heute gegen Milben gespottet und eine Pilzkultur angelegt. Das Ergebnis muss nun abgewartet werden.

Welche "Baustellen" Muffin und Slinky eventuell noch haben, muss ich die nächsten Wochen herausfinden und sie beobachten. Das Wichtigste ist momentan für die Hamster Ruhe und eine ausgewogene Ernährung, um ihr Immunsystem wieder zu stärken.

 

23. Juli 2017:

 

Muffin und Slinky haben sich inzwischen eingelebt und fangen langsam an, sich wie normale Hamster zu benehmen. Am meisten freue ich mich darüber, dass Muffin vor ein paar Tagen seine erste Weizenähre zerlegt hat. Bisher kannten sie nämlich nur hochverarbeitetes Industriefutter und nichts Naturbelassenes.

Am Tag ihrer Ankunft haben außerdem beide wie verrückt ihr neues Revier mit Unmengen an Urin markiert, wodurch ich einen kräftigen Geruch nach Mäusen im Zimmer hatte. Diese extreme Markiererei hat aber sehr schnell aufgehört, nachdem sie merkten, dass sie alleine sind. Mir ist jetzt zumindest klar, warum ihr alter Käfig so eklig gerochen hat. Den hatten Slinky und Muffin nämlich ebenfalls kräftig markiert, um die Gerüche des jeweils anderen zu überdecken.

Der alte Käfig von Muffin und Slinky. 65 x 35 cm Grundfläche, oder auch 0,22 qm Hamsterhölle. Selbst für einen einzelnen Hamster ist das Leben darin eine Qual, und den angenagten Gitterstäben nach zu urteilen, wollten die beiden nicht darin leben.

Auf der Pilzkultur, die meine Tierärztin angelegt hat, ist nicht gewachsen, also haben die Hamster vermutlich keinen Pilz. Somit können die Schuppen auf der Haut ein Hinweis auf Milben sein, wobei ich stark auf Demodex (Haarbalgmilben) tippe, da man kein Viehzeug durch das Fell krabbeln sieht. Angesichts der Vorgeschichte und des geschwächtem Immunsystems ist das am Wahrscheinlichsten.

 

Bei Muffin sind die Schüppchen an den Ohren bereits zurückgegangen.

Bei ihm bin ich guter Hoffnung, dass er sich vollständig erholt. Ein wenig abgespeckt hat er auch. Von 166g, was etwas zu viel war, ist sein Gewicht auf 160g gefallen. Muffin hat nun immerhin ein Sportgerät, das seiner Größe angemessen ist und er gerne nutzt.

 

Noch keine sichtbare Änderung hat es bei Slinky gegeben. Er ist nach wie vor voller Schuppen:

Der Genesungsprozess wird noch eine ganze Weile dauern. Bei Slinky bin ich mir aber unsicher, ob eine Vermittlung nach der Genesung noch sinnvoll ist, da ein Umzug wieder Stress bedeutet, der ihn gesundheitlich zurückwerfen kann. 

Ob Slinky bei mir bleibt, werde ich in den nächsten Wochen anhand seiner Entwicklung entscheiden.

 

 

8. August 2017:

 

Nachdem es Anfangs eine Verbesserung gab, hat Muffin wieder mehr Schuppen an den Ohren bekommen. Slinky sieht trotz zweimaliger Behandlung unverändert aus.

 

Mein Plan für die nächste Zeit ist, Muffin mit einem anderen Medikament behandeln zu lassen und ihn in ein zuvor vollständig gereinigtes Gehege mit ausgebackenem Zubehör zu setzen, um eine Neuansteckung zu verhindern, falls es sich hier nicht um einen Befall mit Demodexmilben handelt. Wenn es bei ihm anschlägt, wird derselbe Vorgang bei Slinky wiederholt.

 

Leider haben beide Hamster im Gewicht auch noch abgenommen und picken sich beim Futter nur die umgangssprachlichen Rosinen raus. Ansonsten verhalten sie sich wie völlig gesunde Hamster und sind ihrem Temperament entsprechend aktiv. Während Slinky im Laufrad Rekorde aufzustellen versucht, lässt Muffin es deutlich gemütlicher angehen und wird meistens erst aktiv, wenn das Licht im Zimmer gedimmt ist. Der Kontakt mit Menschen ist ihm nicht allzu wichtig.

 

 

16. August 2017:

 

Da durch den Auszug des nun ehemaligen Pfleglings Mecki ein Gehege frei wurde, habe ich Muffin in dieses gesetzt und so mehr räumliche Distanz zwischen ihn und Slinky gebracht. Das scheint ihm gut zu tun, denn seine Hautschuppen werden wieder weniger. Ich denke, dass Muffin sich in einem Zuhause ohne Artgenossen, die ihn bedrohen könnten, vollständig erholen kann, weshalb er nun auch in die Vermittlung geht.

 

Bei Slinky plane ich, ihm mehr Raum zu geben, da er deutlich aktiver ist und meiner Einschätzung nach mehr Lauffläche braucht. Das Vorhaben wird dieses Wochenende umgesetzt.

 

Da beide Hamster letzte Woche immer inaktiver wurden, wenig fraßen und Gewicht verloren, habe ich Kotproben gesammelt und zu meiner Tierärztin gebracht. Die Hamster waren frei von Parasiten, haben aber eine gestörte Darmflora, die nun mit Bene Bac wieder ins Gleichgwicht gebracht wird. Seit Beginn der Behandlung geht es beiden wieder besser.

 

10. September 2017:

 

Muffin war nahezu frei von Schuppen:

Leider sieht er nun leider wieder aus wie zu seiner Ankunft :-(

 

Eine Pilzerkrankung kann trotz negativem Testergebnis nicht länger ausgeschlossen werden. Deshalb sind Muffin und Slinky in Quarantäne und werden gegen Pilz behandelt. Konkret heißt es, dass sie alle zwei Wochen beim Tierarzt medikamentiert werden und ich 1 x die Woche das Gehege ausräume und mit dem Zubehör desinfiziere, um eine Neuansteckung über Sporen zu verhindern.

Die Behandlungsdauer kann Wochen bis Monate dauern, und ich glaube, dass die Hamster nach Abschluss der Behandlung schon zu alt für einen Umzug in ein neues Heim sein könnten. Das wird sich aber dann zeigen.

 

Muffin und Slinky sind über die Quarantänemaßnahmen jedenfalls nicht sehr erfreut, aber da müssen sie nun leider durch:

23. September 2017:

 

Die beiden haben gestern ihre zweite Behandlung hinter sich gebracht. Bisher ist keine Besserung in Sicht, aber 2 -3 Behandlungen sind das Minimum, bis der Pilz weniger wird. Muffin und Slinky nehmen die Behandlungen und Komplettreinigungen ihrer Gehege zum Glück relativ gelassen.

 

Da die Hamster noch längere Zeit medizinisch versorgt werden, habe ich den Entschluss gefasst, sie zu behalten. Je älter Hamster werden, desto mehr können sich gesundheitliche Probleme summieren, und bei Muffin wurde leider eine ernstzunehmende Herzrhythmusstörung festgestellt. Er bekommt nun Crataegus Logoplex, ich hoffe, dass es ihm dadurch besser gehen wird.

 

10. Oktober 2017:

 

Die Behandlung mit Program hat leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht, darum versuchen wir es nun mit Itrafungol. Während man Program nur alle zwei Wochen geben musste, was den Stress für Slinky und Muffin relativ niedrig gehalten hat, muss ich ihnen das Itrafungol nun deutlich öfter geben. Zuerst ein komplette Woche lang, dann eine Woche Pause, dann wieder eine Woche lang usw.

Ich hoffe so sehr, dass wir bald ein positives Ergebnis sehen. Da die beiden normalerweise nicht vor Mitternacht aus ihren Häusern kommen, sind sie ziemlich genervt, wenn ich sie Stunden früher wecken muss, um ihnen das Medikament zu verabreichen. Ihren Reaktionen nach zu urteilen schmeckt es auch noch scheußlich. Sonnenblumenkerne sind da nur das Mindeste zur Wiedergutmachung ^^

 

26. September 2017:

 

Das letzte Update ist lange her, aber ich wollte mit Neuigkeiten warten, bis ich wieder eine positive Veränderung sehe. Nach dem Fehlversuch mit Program  bekamen Slinky und Muffin das Itrafungol eingegeben, das leider auch nicht den gewünschten Effekt brachte. Ich hatte sogar das Gefühl, dass die Hautschuppen an den Ohren mehr und größer wurden.

Dabei hatte ich die Medikamentengabe und die Komplettreinigung + Desinfektion des Geheges konsequent durchgezogen. Das Einzige, was nie äußerlich gesäubert und desinfiziert wurde, und somit eine Wiederansteckung ermöglichen konnte, waren die Hamster selbst. Da ich noch 10 ml Imaverol übrig hatte, habe ich einen Teil dafür genutzt, die Hamster äußerlich zu behandeln. Eigentlich habe ich diesen Schritt vermeiden wollen, weil Hamster extrem wasserscheu sind, aber bei den beiden sehe ich ohne diese Behandlung keine Heilungschancen. Wenn man bedenkt, wie viele Monate die Behandlungen erfolglos waren, sehe ich es als gerechtfertigt, die Hamster mit dem Anti-Pilzmittel zu waschen. Dafür mische ich das Imaverol mit lauwarmen Wasser und reibe die beiden mit einem feuchten Wattepad ein. 

Muffin sieht nicht gerade glücklich aus...

Anschließend werden sie abgetrocknet und dürfen sich im Schein einer Rotlichtlampe ausruhen, während ich die Gehege reinige und desinfiziere. Pro Hamster dauert die gesamte Aktion 1,5 - 2 Stunden.

Aber der Erfolg stellt sich nach 3 Wochen Behandlung nun endlich ein: Die Haut ist nicht mehr gerötet und die Schüppchen werden kleiner und weniger. Bevor Slinky und Muffin aber frei von Pilz sind, müssen sie leider noch einige Waschgänge erdulden.

Bei Slinky sieht man die Verbesserung deutlich.