Pflege und Fütterung


Die Fütterung des Hamsters und die Reinigung seines Geheges gehören zu den regelmäßigen Aufgaben seines Halters.

 

Die Reinigung eines artgerecht eingerichteten und hoch eingestreuten Geheges erscheint auf dem ersten Blick aufwendiger als bei einem Gitterkäfig, aber tatsächlich ist der Arbeitsaufwand gering.

 

Täglich reinigen sollte man nur das Sandbad. Das lässt sich ganz leicht mit einem kleinen Küchensieb bewerkstelligen.

Wenn der Hamster das Sandbad als Klo benutzt, ist das sehr praktisch, weil sich durch das tägliche Aussieben des Urins gar nicht erst ein strenger Ammoniakgeruch im Raum bildet.

 

Pinkelt der Hamster in die Einstreu, sollte man die schmutzigen Stellen alle 2 – 3 Tage entfernen. Das ist natürlich nicht möglich, wenn der Hamster einen unterirdischen Bau angelegt hat. Dann nutzt er verschiedene Kammern, die er bei Bedarf umgräbt.

In großen Gehegen mit über 600 Liter Einstreu kompostiert der Hamster seinen Mist quasi selbst, und man sollte nur tätig werden, wenn tatsächlich mal komische Gerüche an die Oberfläche steigen.

 

Um zu verhindern, dass Gemüse unterirdisch zu schimmeln anfängt, schneidet man es in kleine Würfel, damit es eintrocknet, wenn der Hamster sein Frischfutter nicht vollständig frisst, aber im Nest oder seiner Vorratskammer bunkert.

 

Grundsätzlich kann ich selbst bestätigen, dass – je größer das Gehege ist – man weniger Arbeit hat.

Eine Komplettreinigung ist nur im Ausnahmefall nötigt, wenn ein medizinischer Grund vorliegt, zum Beispiel bei Hautpilzen, Endo- und Ektoparasiten, die ansteckend sind und in der Umgebung verbleiben.

 

Ansonsten ist eine Komplettreinigung zu vermeiden, weil Hamster ihr Revier mit ihren Duftdrüsen markieren und nicht mehr wissen, wo sie sind, wenn alles neu und nach Meeresbrise duftet. Übertriebene Hygiene und der damit verbundene Stress lösen Krankheit sogar oft erst aus.

 

Grundsätzlich gilt also, nur das zu reinigen, was tatsächlich schmutzig ist.

 

 

Frisches Wasser und Futter müssen täglich gegeben werden. Das Wasser reicht man am besten in einem Napf, der auf dem Häuschen oder einer Ebene steht, damit er nicht mit Einstreu zugeschaufelt wird. Von Wasserflaschen rate ich ab, da sie schwer sauber zu halten sind und den Hamster beim Trinken in eine unnatürliche Haltung zwingen.

 

Das Futter sollte sich an dem orientieren, was die jeweilige Hamsterart in der Natur vorfindet, oder zumindest ein unschädlicher Ersatz ist. Leider erfüllen nur wenige Sorten diese Kriterien, und im Zoohandel oder gar Supermarkt findet man fast überwiegend ungeeignetes Hamsterfutter.

 

Goldhamster stammen ursprünglich aus dem nördlichen Syrien, wo sie von den dort lebenden Menschen bewirtschaftetes Ackerland besiedeln. Neben Getreide finden die Tiere auch andere Feldfrüchte wie Gemüse, seltener Obst vor. Ergänzt wird der Speiseplan durch Insekten und gelegentlich sogar Fleisch vom Nachwuchs anderer Kleinnager. Er ist ein Opportunist, und entsprechend abwechslungsreich darf sein Speiseplan sein.

ASB Mittelhamstermenü von Futterparadies.de - Für meine "Großen"

(Gold-)Hamsterfutter von "LandPartie" - Meine Alternative für Goldhamster, die vom Mittelhamstermenü zu viel übrig lassen.

Die Ernährung der Zwerghamster lässt weniger Variationen zu. Auf Getreide und Obst sollte man wegen der Gefahr von Fettleibigkeit und Diabetes unbedingt verzichten. In ihrem natürlichen Lebensraum finden die Zwerghamster hauptsächlich karge Kost, bestehend aus Gräsern, Kleinsaaten und ab und zu Insekten. An Getreide ist ihre Verdauung also überhaupt nicht angepasst.

ASB Campbellmenü von Futterparadies.de - Mein Futter für alle Zwerghamster.

Ein gutes Futter für Zwerghamster konnte ich bisher nur im Internet finden. Alle in Zoohandlungen und Supermärkten erhältlichen Futtersorten beinhalteten Getreide (Weizen, Mais, Hafer, Gerste) und getrocknetes Gemüse, auf das Zwerghamster ebenfalls verzichten sollten.

 

Idealerweise verstreut man das Futter im Gehege, damit der Hamster mit der Suche beschäftigt ist. In der Natur wird den Tieren das Futter auch nicht auf einem Tablett serviert, sondern sie müssen stundenlang danach schnüffeln, es in den Backentaschen transportieren und gleichzeitig auf Feinde achten. Für die Futtersuche legen die Hamster mehrere Kilometer Wegstrecke zurück.

 

Eine Ergänzung zum Speiseplan stellt Erlebnisfutter dar. Das kann eine klassische Knabberstange sein (wobei man da auf gewissen Dinge achten muss, siehe letzter Absatz), oder Sträuße aus Getreide, Gräsern und anderen Saaten.

Für Flachs würde Hera morden!

Wenn man weiß, dass auf den Feldern nicht gespritzt wird, kann man Gräser und Ähren im Sommer selbst sammeln und an einem trockenen Ort einlagern. Wenn man eine Pflanze nicht kennt, sollte man sie vorher aber bestimmen, um sicherzugehen, dass sie für den Hamster ungiftig ist.

 

Gutes Haupt- und Erlebnisfutter findet man in folgenden Onlineshops:

 

Futterparadies

Nagerküche

Futterkrämerei

(An dieser Werbung verdiene ich nichts. Ehrlich ;-))

 

Der Hamster sollte täglich außerdem eine Sorte Frischfutter bekommen. Vom Gemüse eignen sich zum Beispiel Gurke, Karotte, Zucchini, Brokkoli, Salat, Paprika. Küchenkräuter wie Petersilie (Achtung! Nicht an trächtige Hamster verfüttern!), Dill oder Basilikum werden ebenfalls gerne genommen und sind gut verträglich. Auch Katzengras ist als gelegentlicher Snack geeignet.

 

Heu wird seltener gefressen, aber gelegentlich zum Nestbau benutzt. Wenn man selbst Allergiker ist, kann man auf Heu also verzichten, da es für den Hamster nicht lebensnotwendig ist.

 

 

Unabhängig davon, was Sie füttern: Niemals darf ein Futter Zucker, Honig oder Melasse enthalten (Besonders bei Knabberstangen darauf achten)! Süßes macht die Tiere nicht nur süchtig, sondern auf lange Sicht auch krank. Honig kann zudem dafür sorgen, dass Futter in den Backentaschen verklebt und diese nicht mehr ausgeleert werden können.

Backwaren wie Brot gehören auf keinen Fall in den Hamstermagen! Die in Brot enthaltenen Salze können auf Dauer schwere Organschäden verursachen, und das Mehl macht den Hamster zusätzlich dick.

Mmmmhhhhh! Das schmeckt mir!